Körperlernen - Lernen mit dem Körper  
 
Skulptur/Statuentheatert

Im Statuentheater werden problem- und konfliktträchtige Situationen, Interessenkonflikte o.ä. benannt und in

  1. einem ersten Schritt als Standbild bzw. einer Skulptur aus den Mitgliedern einer Gruppe dargestellt. Das Realbild kann die Darstellung eines Problems eines einzelnen sein, der die Gruppe entsprechend anordnet, kann aber auch ein Thema sein, das die Empfindungen und Meinungen aller Beteiligten zum Ausdruck bringt. Jede/r hat die Möglichkeit, seine Ideen, Vorstellungen und Phantasien zum Bild zu äußern und das Bild auch zu modifizieren.
  2. In einem zweiten Schritt wird ein Idealbild als Statue/Skulptur entwickelt, in dem das Problem überwunden ist.
  3. In einem dritten Schritt wird das Realbild dynamisiert: die Gruppenteilnehmer werden aufgefordert, zunächst leise murmelnd und später lauter werdend, all das zu äußern (sprachlich oder pantomimisch), was die einzelnen als Teil der Skulptur oder als Zuschauer bewegt, das Realbild entsprechend den eigenen Impulsen aufzulösen und aus der Situation heraus Wege/Lösungsmöglichkeiten zu erschaffen, die zum Idealbild führen.

Vorübungen:

  • Zu zweit: A skulpturiert B entsprechend einer Vorstellung, eines Gefühls o.ä. Beispiel: Schaufensterpuppe.
  • Zu dritt: A skulpturiert B, C sitzt mit verbundenen Augen. Anschließend tastet C B ab uns skulpturiert A entsprechend (wieder mit offenen Augen, B wird solange mit Tuch verdeckt oder abgeschirmt.
  • Maschine: einer aus der Gruppe stellt sich hin, macht eine maschinenartige Bewegung. Ein anderer kommt hinzu, wird mit seinen Bewegungen Bestandteil dieser Phantasiemaschine. Usw., bis die ganze Gruppe mitfunktioniert, ggf. bleibt ein/r draußen und gibt dem Ganzen einen Namen.

Literatur: Boal, A. (1989): Theater der Unterdrückten. Übungen und Spiele für Schauspieler und Nichtschauspieler. Frankfurt/Main: Suhrkamp Batz, M., Schroth, H. (1986): Theater zwischen Türund Angel. Handbuch für freies Theater: Reinbek: Rowohlt

 

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